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Martin Buber
Werke
 
                     
 
 

Information Neben einer Übersicht über die Biographie halten wir auch eine Zusammenstellung externer Links bereit.

Martin Buber Ab 1906 erscheinen Martin Bubers chassidischen Schriften Die Geschichten des Rabbi Nachman (Frankfurt am Main), später Die chassidischen Bücher (Hellerau 1928) in denen er von der ostjüdischen Lebensweise und Frömmigkeit erzählt und diese dann für die Nachwelt deutend aufarbeitet. Von 1905 ab gibt Buber 40 Bände der Sammlung sozialpsychologischer Monographien Die Gesellschaft heraus.

Durch die bis heute hin religions- und philosophiegeschichtlich bedeutende Schrift Ich und Du (Leipzig 1923. Neuausgabe: Heidelberg 1958) schlägt Buber eine neue Richtung in seiner Denkweise ein. In seinem Buch Die Schriften über das Dialogische Prinzip (Heidelberg 1954) wandelt er seinen pantheistischen Mystizismus in eine Philosophie des Dialogs um, was ihn mit Denkern wie Ferdinand Ebner und Gabriel Marcel verbindet. Wie schon bei Ludwig Feuerbach werden von Buber alle Erfahrungen in Ich-Du- und Ich-Es-Erfahrungen unterteilt, während das Ich bei jenen ein Gegenüber nur als Objekt gelten läßt, erkennt es bei diesen ein personales Gegenüber ("Mensch sein heißt, das gegenüber seiende Wesen sein") an, mit dem es ein "wirkliches Gespräch" als eine existentielle Handlung führt. Als Höhepunkt dieses personal-dialogischen Daseinsverständnisses versteht Martin Buber den Dialog des Individuums mit Gott.

Zusammen mit dem jüdischen Philosophen und Theologen Franz Rosenzweig erschafft Martin Buber in den Jahren 1925 bis 1962 mit der Übersetzung des Alten Testamentes (Die Schrift, 14 Bände, Berlin, 1925 bis 1935; Neubearbeitete Ausgabe: 4 Bänden, Köln, 1954 bis 1962) ein Werk von hoher theologischer, literarischer und philologischer Bedeutung. Zudem erscheinen weitere Werke, die ein neues Bibelverständnis hervorrufen sollen, wie Königtum Gottes (Berlin 1932) und Der Glaube der Propheten (Zürich 1950).

Nach seiner Emigration nach Israel im Jahre 1938 setzt sich Buber trotz geringer Unterstützung für die jüdisch-arabische Verständigung ein, was sich in seinem Buch Ein Land und zwei Völker (herausgegeben von Paul R. Mendes-Flohr, Frankfurt am Main, 1938) niederschlägt. Seine sozialethische Gesinnung verdeutlicht Buber in Pfade in Utopia (Heidelberg 1950) und dessen Neuausgabe Der Utopische Sozialismus (Köln 1967), wobei er sich dabei eng mit Saint-Simon, Proudhon, Kropotkin und Gustav Landauer verbunden fühlt. Durch seinen religiösen Existentialismus führt Martin Buber die Kulturkritik des 19. Jahrhunderts von Nietsche und Kierkengaard mit dem modernen existentialistischen Denken Heideggers und Sartres zusammen.

Weitere Werke

  • Ausgabe letzter Hand: Werke, Heidelberg, 1962 bis 1964.
  • Briefe: Briefwechsel aus sieben Jahrzehnten, herausgegeben von Grete Schaeder, Heidelberg, 1972 bis 1975.
  • B. und Ludwig Strauss, herausgegeben von Tuvia Rübner, Heidelberg 1978.

Textgrundlage: Literatur Lexikon, Autoren und Werke deutscher Sprache, herausgegeben von Walter Killy. Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München, 1991.
Bildquelle: Martin Buber: Begegnungen, Stuttgart, 1965, Innenseite.

 
 
          
Letzte Aktualisierung: 07.03.2012
          
   
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