Kafkas Frauen
Einleitung
 
                     
 
 

In der Untersuchung geht es um Kafkas Verhältnis zu Frauen. Die Beziehung zum anderen Geschlecht war durch Probleme und Mißverständnisse gekennzeichnet.

Seine erste Partnerin war Felice Bauer, mit der er sich zweimal verlobte. Zu einer Heirat kam es nie und auch die zweite Verlobung löste Kafka aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes auf. Die Beziehung zu Felice war eher eine literarische. Bevor er Julie Wohryzek kennenlernte, stand er im regen Briefkontakt mit Grete Bloch, einer Freundin Felices. Mit Julie schließlich erlebte Kafka seine dritte Verlobung. Ein Kommentar des Vaters bescherte jedoch dem Paar ein rasches Ende. Das folgende geistige Einverständnis mit der verheirateten Milena Jesenská, die seine Werke ins Tschechische übersetzte, fand seinen Ausdruck wieder in einem umfangreichen Briefwechsel, aber nicht zu einer dauerhaften Beziehung. Seine letzten Monate verbrachte Kafka mit Dora Diamant, die ihn aufopfernd bis zu seinem Tode pflegte.

Die Gründe für das Mißlingen seiner persönlichen Beziehungen werden in den Bereichen Heirat, Sexualität und Triebentwicklung durchleuchtet. Insgesamt hatte Kafka eine eher negative, pessimistische Meinung über Frauen. Er befand sich in einem ständigen Widerstreit zwischen Berührungs- und Bindungsängsten und der Sehnsucht nach Erfüllung und Geborgenheit. Genau so erschien ihm die Ehe einerseits als höchstes anzustrebendes Gut und andererseits ließen ihn seine Selbstzweifel, Minderwertigkeitsgefühle und die Angst als Ehemann und Vater zu versagen davor zurückschrecken. Die gleiche Ambivalenz läßt sich in Kafkas Einstellung zur Sexualität beobachten.

 
 
          
Letzte Aktualisierung: 07.03.2012
          
   
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