Filme nach und inspiriert durch Franz Kafka
90er Jahre
 
                     
 
 

Kafka, 1991

Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Jeremy Irons, Theresa Russell, Alec Guiness, Armin Mueller-Stahl
Land: Frankreich/USA
Farbe: schwarz-weiß/Color

Der Film ist nicht über sein Leben, sondern über die Themen, die er entdeckte. (Soderbergh)

Kinoplakat »Kafka« (1991)
Kinoplakat
(97 KB)

Der zum größten Teil in schwarz-weiß gedrehte Film kann als gelungenes Experiment bezeichnet werden.

Was auf den ersten Blick wie eine Kafka-Biographie aussieht, ist in Wirklichkeit eine Mischung aus Literaturfragmenten, biographischen Anekdoten, der Prager Kulisse und einer eigenständigen Handlung. Atmosphähre und Stimmung der Schriften Kafkas sollen in einer ungewöhnlichen Geschichte eingefangen werden.

Zum Inhalt: Kafka (Jeremy Irons) ist Angestellter in einer Prager Versicherungsgesellschaft. Eines Tages wird einer seiner Kollegen vermißt und schließlich tot aufgefunden. Neugierig versucht Kafka herauszufinden, was passiert ist und wird in eine Geschichte über Macht, Wiederstand und seltsame Unfälle verstrickt, die schließlich zum Palast von Prag führt. Kafka kommt in Kontakt mit einer Gruppe von Revolutionären, die versuchen, eine Bombe in den Palast zu schmuggeln. Als die Polizei der zunehmenden Zahl verschwundener Menschen hilflos gegenübersteht, beschließt Kafka, selbst den Palast zu betreten und die Wahrheit herauszufinden.

The Trial, 1993 (Der Prozeß)

Regie: David Hugh Jones
Darsteller: Kyle McLachlan, Anthony Hopkins
Land: Großbritannien
Farbe: Color

Kinoplakat »The Trial« (1993)
Kinoplakat
(62 KB)

Die Neuverfilmung des Stoffes erinnert stark an die von Orson Welles (viele Bilder tauchen erneut auf), ist aber längst nicht so originell. Großer Wert wird auf historische Authentizität gelegt, es handelt sich um eine sehr konventionelle Art des Kinos, die hier geboten wird. Wenig kafkaesk sind die Figuren ausgefallen, sie besitzen zu viel Selbstbewußtsein und sind nicht so reduziert menschlich wie Kafkas Charaktere. Trotz der historischen Kostüme, auf die der Regisseur passend zur Kulisse so viel Wert gelegt hat, wirken die Figuren eher modern und zur heutigen Zeit passend. Die Handlung gleitet durch den Versuch, sie nachvollziehbarer zu machen, ins Banale hinüber.

Zamok, 1994 (Das Schloß)

Regie: Aleksei Balabanov
Darsteller: Nikolai Stotski, Svetlana Pismichenko
Land: Rußland/Deutschland/Frankreich
Farbe: Color

Eine exakte Interpretation der einzelnen Details, die in Kafkas Vorlage zu finden sind. Dem Romanfragment ist ein eigener Schluß hinzugefügt worden.

Spivachka Zhosefina i myshachyj narod, 1994 (Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse)

Regie: Sergei Maslobojshchikov
Darsteller: n/v
Land: Ukraine
Farbe: Color

Amerika, 1994

Regie: Vladimir Michalek
Darsteller: Martin Dejdar, Jirí Lábus
Land: Tschechoslovakei
Farbe: Color

Das Schloß, 1997 (TV-Film)

Regie: Michael Haneke
Darsteller: Ulrich Mühe, Susanne Lothar, André Eisermann
Land: Österreich/Deutschland
Farbe: Color

Szene: Das Schloß

Obwohl sich die literarischen Gedankenspiele im "Schloß" der Visualisierung entziehen, gelang dieser Film, der durch kunstvolle Trostlosigkeit besticht. Der Regisseur bezweckt mit diesem Film, die gegenwärtige Situation zu analysieren, bzw. übertrieben darzustellen. Das Publikum soll Einsichten gewinnen, die in einer Art Hoffnung, einer Utopie und dem Wunsch zu kämpfen resultieren sollen. Um dem Zuschauer die Hoffnungslosigkeit der Gegenwart begreiflich zu machen, soll eine Identifizierung mit dem Protagonisten geschehen. Durch einen "Schock", den er während des Zusehens erhält, soll der Mensch sein eigenes Leben verändern (vgl. Katharsis der klassischen griechischen Tragödie).

The Sickroom, 1998

Regie: Serge Marcotte
Darsteller: n/v
Land: Canada
Farbe: Color

Kurzfilm

 
 
          
Letzte Aktualisierung: 07.03.2012
          
   
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