Literarisches Umfeld und Freunde
Martin Buber
 
                     
 
 
Information Neben einer Übersicht über die Werke halten wir auch eine Zusammenstellung externer Links bereit.

Martin Buber Martin Buber, geboren am 8. Februar 1878 in Wien, starb am 13. Juni 1965 in Jerusalem. Er war ein Religions- und Sozialphilosoph und ein Bekannter von Franz Kafka und Max Brod.

Buber verbrachte seine Jugend bei seinen Großeltern im galizischen Lemberg, wo er das polnische Gymnasium besuchte. 1896 bis 1904 studierte er Philosophie, Kunstgeschichte, Germanistik, Psychologie und Psychiatrie in Wien, Berlin, Leipzig und Zürich. Als Gründer des Bundes jüdischer Studenten in Leipzig 1898, als Redakteur der Zeitschrift "Die Welt" 1901 und als Mitbegründer des jüdischen Verlages in Berlin, war Martin Buber zionistisch sehr engagiert, doch mit seiner an der biblischen Gottesvolk-Vorstellung orientierten Forderung nach der geistigen und moralischen Erneuerung des Judentums geriet er schon bald in einen Konflikt mit dem politisch-nationalen Zionismus von Theodor Herzl. Im Jahre 1899 heiratete er die Schriftstellerin Paula Winkler, die unter dem Pseudonym Georg Munk arbeitete. 1906 bis 1916 lebte Buber in Berlin und bis 1938 in Heppenheim. Ab 1905 arbeitete er als Verlagsdirektor von Rütten & Loening und wirkte in den Jahren 1916 bis 1930 auch als Publizist in der deutsch-jüdischen Zeitschrift "Der Jude" und in der sozialpädagogischen Vierteljahresschrift "Die Kreatur".

Mit dem jüdischen Philosophen und Theologen Franz Rosenzweig verband Martin Buber eine intensive und lebensbestimmende Freundschaft und gründete mit ihm 1920 das jüdische Lehrhaus in Frankfurt am Main. Bis 1933 lehrt Martin Buber jüdische Religionswissenschaft und Ethik in Frankfurt am Main und bemüht sich mit dem Historiker und Pädagogen Ernst Simon um den Aufbau einer "Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung&quot.

Nach seiner Emigration nach Israel 1938 arbeitet Buber als Professor der Sozialphilosophie an der Hebräischen Universität in Jerusalem und errichtet dort im Jahre 1949 das gewünschte "Seminar für Erwachsenenbildung". Nach 1945 stießen die Werke des Denkers, Bibelexegeten und Interpreten jüdischer Spiritualität besonders in den USA und Westeuropa auf großes Interesse. Martin Buber, der heute als der bedeutendste jüdische Sozial- und Religionsphilosoph seiner Zeit gilt, erhielt unter anderem den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels des Jahres 1953 und 1963 den niederländischen Erasmus-Preis.

Textgrundlage: Literatur Lexikon, Autoren und Werke deutscher Sprache, herausgegeben von Walter Killy, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh/München, 1991.
Bildquelle: Martin Buber: Begegnungen, Stuttgart 1965, Innenseite.
 
 
          
Letzte Aktualisierung: 07.03.2012
          
   
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