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Reisetagebücher
 
                     
 
 

Neben den alltäglichen Tagebucheintragungen Kafkas, mit deren Hilfe er einen kontinuierlichen Schreibfluß aufrechterhalten will, existieren vier Reisetagebücher. Die Reiseaufzeichnungen unterscheiden sich sowohl im Ton als auch in der Funktion von den normalen Tagebüchern: Während die Tagebücher dazu dienen, Kafkas innere Kämpfe und sein Ringen um literarische Vollendung darzustellen, so verfolgen die Reiseaufzeichnungen ein konträres Ziel - die Aufzeichnung und Reflektion jener äußeren Welt, die er fern des normalen Alltags auf seinen Reisen wahrnimmt. Er notierte sich seine Eindrücke während der Reisen stichwortmäßig und arbeitet später diese Notizen aus.

Ausschlaggebend für diese spezielle Art der Bearbeitung seiner Reiseeindrücke war ein literarischer Wettkampf, zu dem Max Brod seiner Erinnerung zufolge Kafka  im Sommer 1909 aufforderte, um seinen Freund aus einer Schaffenskrise herauszuhelfen. Die Brüder Max und Otto Brod fuhren mit Kafka 1909 gemeinsam nach Riva am Gardasee. Der Wettkampf führte auf dieser Reise zu konkurrierenden Aufzeichnungen über die von den Freunden besuchten Flugtage in Brescia, aus denen bald darauf gedruckte Berichte hervorgehen. Diese sind leider nicht mehr erhalten, sowie es auch keine Aufzeichnungen von der Reise im Oktober 1910 nach Paris mit den Brüdern Brod gibt.

Hier können ausschließlich folgende Reisen vorgestellt werden:

  1. Januar / Februar 1911 nach Friedland und Reichenberg,
  2. August / September 1911 nach Italien und Paris
  3. Juni / Juli 1912 nach Jungborn im Harz 
  4. September 1913  nach Wien und zum Gardasee

Es werden nur kurze Ausschnitte der jeweiligen Reisen aufgeführt, die nicht darauf abzielen, einen vollständigen Überblick über die Reisen zu schaffen.

 
 
          
Letzte Aktualisierung: 07.03.2012
          
   
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